Fertigkeiten und deren Einsatz

Jeder hat ein bestimmtes Maß an körperlicher Fitness und Beweglichkeit, Intelligenz und Intuition, sowie Sozialkompetenz und Charisma, all das und die absoluten Basisfertigkeiten werden von den Attributen abgedeckt.

Fast jeder Charakter kann eine Leiter hinaufklettern, eine Fertigmahlzeit in der Mikrowelle aufwärmen, das Wechselgeld an der Kasse zählen oder die Datalinks-Präsenz eines Unternehmens aufrufen.

Nur wenige aber wissen, wie man ein Raumschiff sicher durch ein Trümmerfeld steuert, einen Reaktor flickt oder mit einem Scharfschützengewehr auf tausend Meter trifft. Durch die Fertigkeiten, die du deinem Charakter mitgegeben hast, machst du ihn zu etwas Besonderem.

Der Wert der Fertigkeit gibt an, wie viele zwölfseitigen Würfel dir für eine Probe zur Verfügung stehen. Für jeden Punkt mehr in der Fertigkeit erhältst du einen weiteren Würfel. Ein Charakter mit einem Wert 'Klettern' auf 3 wirft somit drei Würfel (oder bis zu zwei Wiederholungswürfel, falls dir nur ein Würfel zur Verfügung steht).

Natürlich sind hohe Attribute eine gute Grundlage, doch erst mit Fertigkeiten wird der Charakter zu einem echten Spezialisten, der auch unter Schwierigkeiten gut arbeiten kann.

Insbesondere bei komplexen Aktionen kann es notwendig sein, dass man eine passende Fertigkeit besitzt, damit der Erzähler überhaupt eine Probe zulässt.

1. Fertigkeitsränge

Das Regelwerk unterscheidet den Kenntnisstand eines Charakters in vier Stufen: Interessiert, Amateur, Profi und Experte.

Ein interessierter Charakter hat sich mit einem Thema auseinandergesetzt und beherrscht die Fertigkeit auf '1'. Man erhält auf dieser Fertigkeitsstufe noch keine Wiederholungswürfel. Allerdings entfällt die Erschwernis für ungeübt.

Mit entsprechender Ausbildung und Erfahrung wird ein Charakter zum Amateur. Schon das Fertigkeitsniveau von '2' gibt dem Spieler einen Wiederholgungswürfel, was eine deutliche Steigerung der Erfolgswahrscheinlichkeit mit sich bringt.

Ein Profi hat bereits eine Menge Erfahrung in dieser Fertigkeit, die sich in drei Würfen bei der Probe niederschlägt.

Der Experte in einer Fertigkeit hat viele Jahre Erfahrung in diesem Bereich und eine profunde Kenntnis. Dem Charakter bei diesem Fertigkeitsgrad also insgesamt vier Würfe für eine erfolgreiche Probe zur Verfügung.

Natürlich ist Fertigkeit nicht gleich Fertigkeit, um das im Regelwerk widerzuspiegeln unterscheiden wir einerseits zwischen aktiven und passiven Fertigkeiten und andererseits drei unterschiedliche Spezialisierungsgrade.

2. Grundfertigkeit und Spezialisierung

Da draußen zwischen den Sternen findet man sie alle. Es gibt Leute die ihre Jobs wechseln, wie andere die Kleidung, die sich den Transit von Welt zu Welt als Helfer an Bord der verschiedensten Schiffe verdienen, überall einen neuen Job ausprobieren und nirgends lange verweilen. Irgendwie können sie alles, aber nichts davon wirklich gut. Aber man findet auch jene Spezialisten die Zeit ihres Lebens immer tiefer in ihre Berufung abgetaucht sind und in ihrem engen Fachbereich zur absoluten Elite gehören. Sie sind wirklich verdammt gut in dem was sie tun, aber nur darin.

Auch wenn es eine interessante Herausforderung sein kann, einen weltfremden Physiker für theoretische Extraspatialphysik zu spielen oder auf der anderen Seite den Rumtreiber und Taugenichts der alle zwei Monate irgendwo anders anfängt - für die meisten Spielercharaktere empfiehlt sich unserer Erfahrung nach eine ausgewogene Mischung aus Spezialisierungen und allgemeinen Fertigkeiten.

Grundfertigkeiten decken extrem breite Wissens- und Fertigkeitsgruppen ab. 'Athletik' vereint beispielsweise in sich alle Fertigkeiten bei denen es auf Kraft und Ausdauer ankommt, so wie etwa'Schwimmen' oder 'Klettern'. Diese Fertigkeiten sind immer noch relativ generell gehalten und umfassen ihrerseits wiederum Spezialisierungen wie 'Freiklettern', 'Höhlenklettern', 'Gerätetauchen' oder 'Rettungsschwimmer'.

Breitgefächerte Grundfertigkeiten erlauben es dem Charakter einfach mehr Dinge zu tun, während Fertigkeiten und Spezialisierungen dabei helfen bessere Ergebnisse zu erzielen und Schwierigkeiten zu vermeiden.

Für die Punktekosten bei der Charaktererschaffung oder spätere Steigerung ist es vollkommen unerheblich ob es sich um eine Grundfertigkeit, Fertigkeit oder Spezialisierung handelt.

 

3. Schwierige und herausfordernde Aufgaben

Jede Fertigkeit deckt eine große Bandbreite von Aktionen ab, die ein Charakter möglicherweise ausführen könnte. Diese können von einfach und alltäglich bis zu herausfordernd und außergewöhlich reichen. Kochen beginnt irgendwo beim Aufbacken einer Fertigpizza und endet bei der Zubereitung von Kugelfisch. Medizin umfasst das Verbinden einer einfachen Schnittwunde und reicht bis zur Organtransplantation.

Je nach Schwierigkeitsgrad und Komplexität einer Aufgabe kann der Spielleiter einen Modifikator zwischen +0 und +4 festlegen.

Verfügt der Charakter über eine passende Spezialisierung, so sollte dieser Modifikator um -2 reduziert werden (jedoch nicht unter +0).


Verwandte Aufgaben
Der Erzähler kann Proben auf passende verwandte Spezialisierungen mit einem Modifikator von -1 anrechnen, etwa Klettern im Hochgebirge mit 'Fassadenklettern.'

 

4. Einfach mal machen ...

Jeder ist in irgendetwas gut. Jeder hat irgendein Talent. Und manchmal glaubt man selbst nicht dran, bis es sich plötzlich zeigt. Als ich in die Grenzwelten aufgebrochen bin, hielt ich mich immer für jemanden, der gut mit Worten umgehen kann. Bevor unser Geschützmeister in seiner Waffenkanzel verbrannt ist und wir plötzlich ohne Bordschützen dastanden, wusste ich nicht, dass ich auch mit 'ner ParaTec Twin Punisher was treffe...

Im Verlauf des Spiels kann es immer mal wieder vorkommen, dass ein Charakter eine Fertigkeit einsetzen möchte, die er gar nicht beherrscht. In der oben stehenden Anekdote wird dies vermutlich Leichte Schiffsgeschütze sein.

Möchte ein Spieler, dass sein Charakter eine Aktion ohne passende Fertigkeit durchführt, kann der Spielleiter die Probe direkt gegen das Attribut erlauben.

Der ungeübte Einsatz einer Fertigkeit zieht dabei grundsätzlich eine zusätzliche Erschwernis von +2 nach sich.

Es liegt hierbei stets im Ermessen des Spielleiters, ob eine Probe überhaupt zugelassen wird. Als grobe Leitlinie kann man hier sagen: Wenn eine Aktion für den geübten Anwender im Bereich einfach und alltäglich liegt, dann kann man es auch ungeübt probieren - wenn es Richtung herausfordernd und außergewöhnlich geht kann man davon ausgehen, dass die ungeübte Anwendung fehlschlägt.

5. Am Ende des Spektrums

Es sollte nicht überraschen, dass sich durch den Wurf eines zwölfseitigen Würfels grundsätzlich nur ein Wert von eins bis zwölf erreichen lässt.

Was allerdings bedeutet das in einer Situation, in welcher der Modifikator die Probe derart verändert, dass der Zielwert außerhalb dieses Bereichs landet?

Auf der einen Seite stehen hier erschwerte Aufgaben, bei denen der Modifikator mindestens dem Attributswert entspricht. Man kann keine 'null' oder gar einen negativen Wert erwürfeln. Das muss aber nicht zwingend heißen, dass es unmöglich ist, die Aktion dennoch erfolgreich auszuführen. Sofern die Handlung grundsätzlich plausibel ist, kann der Spielleiter dem Spieler in so einer Situation einen Wurf gegen die 'eins' zugestehen.

Ein Beispiel: Paul möchte, dass sein Söldner Mike, während einer wilden Verfolgungsjagd, aus dem Fenster des Schwebers, auf das flüchtende Fahrzeug schießt. Der Erzähler bestimmt nun einen situationsbedingten Modifikator von insgesamt -5, Mike ist zwar durchaus geübt im Umgang mit Pistolen (Fertigkeitswert II), sein Fernkampattribut ist allerdings für einen Menschen nur etwas überdurchschnittlich und beträgt '5', so dass Paul eine 'null' erwürfeln müsste - was unmöglich gelingen kann.

In dieser Situation findet der Erzähler jedoch, dass die Aktion durchaus gelingen könnte und Mike einen Glückstreffer landen könnte. Er gesteht Paul eine Probe gegen die 'eins' zu.

Auf der anderen Seite des Spektrums finden sich Situationen, in denen die Probe erleichtert wurde und der Modifikator in Verbindung mit dem Attributswert dafür sorgen würde, dass der Spieler selbst mit einer gewürfelten 'zwölf' Erfolg hat.

Wenn der Erzähler selbst in so einer Situation nicht von einem automatischen Erfolg ausgehen möchte, kann er nun dennoch eine Probe gegen die 'elf' verlangen. Wenn der Spieler nun mit jedem seiner Würfe eine 'zwölf' würfelt, misslingt die Aktion dennoch.

 

6. Anstrengende und ermüdende Tätigkeiten

Handlungen, die der Charakter ausführt, können körperlich oder geistig anstrengend sein. Das gilt für das Erklimmen einer steilen Felswand oder einen Sprint durch den Wald, aber auch für konzentrierte Recherchen oder langwierige Verhandlungen. Auch die Anwendung von psionischen Fertigkeiten ist erschöpfend.

Erschöpfung manifestiert sich im (temporären) Verlust von Energiepunkten. Dabei ist der Schaden den der Charakter erleidet natürlich davon abhängig, wie extrem die Belastung ist.

Ein gemütlicher Spaziergang durch den herbstlichen Wald ist nicht anstrengend.
Ein militärischer Marsch, mit 20kg Ausrüstung, kann dagegen durchaus einen Anstrengungswurf von 1/0 für je 10km rechtfertigen.
Bei einem Marathonlauf sind 2/0 Energieschaden für 10km durchaus angemessen.
Ein Sprint über einen halben Kilometer kann durchaus so anstrengend sein wie der oben genannte Marsch über 10km.

Wir werden an dieser Stelle darauf verzichten, tabellenweise Erschöpfungsbeispiele anzubringen. Der Effektwurf sollte sich zwischen 1/+2 (der Spieler soll wissen, dass sich sein Charakter anstrengt) und 3/-2 (der Charakter sprintet, einen Verletzten über der Schulter, bei Beschuss, über das Schlachtfeld) bewegen.

Wie anstrengend das Hervorrufen von verschiedenen psionischen Effekten ist, findet sich bei den jeweiligen Fertigkeiten in der Beschreibung.


Überanstrengung
Wenn das Überleben der Gruppe davon abhängt, kann es durchaus unangenehm sein, eine Probe gegen einen Zielwert von 1 oder 2 zu riskieren. Sofern es nicht möglich ist, den Modifikator vielleicht noch durch Zeit lassen zu drücken, kann man - mit Zustimmung des Erzählers - versuchen, den Erfolg durch Überanstrengung herbeizuführen.

Der Spieler sagt an, wie sehr er sich anstrengen möchte. Für jeden Rang Überanstrengung, wird der Modifikator um 1 gesenkt.

Die Probe wird abgewickelt, danach erleidet der Charakter X/+2 Energieschaden. Wobei X die Summe der Erleichterung ist, die er für die Probe genommen hat.

Der gewählte Rang in Überanstrengung sollte den aktuellen EP-Wert nicht übersteigen. Darüber hinaus, sollte es nicht möglich sein, durch Überanstrengung, einen Zielwert > 6 zu erreichen.

7. Aktive und passive Fertigkeiten

Bei aktiven Fertigkeiten handelt es sich um die anwendbaren Aktionsfertigkeiten, also alles was der Charakter tun kann. Wissensfertigkeiten, Sprachen und Interessen bilden die Gruppe der passiven Fertigkeiten.

Abhängig von der Situation kann der Erzähler den Einsatz einer aktiven Fertigkeit von der Probe auf eine passive Fertigkeit abhängig machen und bei mangelndem Wissen die entsprechende Probe erschweren oder für unmöglich erklären. Ohne eine passende Sprachfertigkeit wird man ziemlich sicher nicht erfolgreich verhandeln.


Boni durch passive Fertigkeiten
Die Anwendung von aktiven Fertigkeiten kann durch vorhandenes Wissen natürlich deutlich erleichtert werden. Der Charakter erhält eine Erleichterung in Höhe des Rangs der passenden Wissensfertigkeit auf die Fertigkeitsprobe der aktiven Fertigkeit. Dies kann natürlich von einer erfolgreichen Probe auf die Wissensfertigkeitsprobe abhängig gemacht werden.

8. Komplexe Aktionen

Über ein Hindernis springen, eine Türe auftreten, die Waffe aus dem Holster ziehen und schießen, das sind alles Aktionen, die in wenigen Sekunden abgehandelt sind. Andere Tätigkeiten, etwa Verhandlungen, Reparaturen, Ausgrabungen oder das Entschärfen einer Bombe sind komplexe Aktionen. Es kann mehrere Spielrunden, aber auch Stunden, Tage, oder sogar Monate dauern, sie erfolgreich abzuschließen.

Während für einfache Aktionen nur ein Erfolg benötigt wird, legt der Spielleiter bei einer komplexen Aktion im Vorfeld fest, wie viele Erfolge benötigt werden und welche Zeiteinheit zu Grunde gelegt wird, um die Aktivität erfolgreich zum Abschluss zu bringen.

Beispiel: Petra möchte eine Tresorraumtüre aufbrechen. Der Spielleiter legt fest, dass er dafür neun Erfolge sehen möchte und die Zeiteinheit fünf Minuten beträgt.

Nun kann der Spieler, für jede Zeiteinheit eine entsprechende Probe auf seine Fertigkeit ablegen. Sobald die nötige Anzahl an Erfolgen beisammen ist, ist der Charakter mit der Aufgabe fertig. Ein Misserfolg bedeutet hier nicht automatisch den Fehlschlag der komplexen Tätigkeit sondern nur, dass in dieser Zeit kein Fortschritt erzielt wurde.

In bestimmten Situationen können auch mehrere Charaktere gemeinsam Erfolge sammeln und so schneller fertig werden. Die sinnvolle Obergrenze für eine Aufgabe legt der Spielleiter fest. Wenn ein Arbeiter ein Loch in einer Stunde aushebt - so sind 60 Arbeiter nicht in einer Minute damit fertig.

Der Erzähler kann, situationsbedingt, natürlich auch eine zeitliche Höchstgrenze für die Erfüllung einer Aufgabe festlegen. Gelingt es nicht innerhalb dieser Zeit die geforderten Erfolge zu sammeln, so scheitert die Aktion. Ein Klassiker ist hier das Entschärfen einer Bombe oder die Manipulation eines Sicherheitssystems, bevor der Sabotagealarm auslöst.


Die Scotty-Regel
Es gibt wahre Genies mit dem Schraubenschlüssel und begnadete Ärzte die übernatürlich schnell mit einer Aufgabe fertig werden.
Sofern ihr nicht ohnehin die Würfelpool Option verwendet, werft ihr einfach alle Wiederholungswürfe auch wenn ihr beim ersten oder zweiten Wurf bereits Erfolg habt. Jeder Erfolg zählt, so dass ihr innerhalb einer Zeiteinheit mehrere Erfolge sammeln könnt.


Schnell! Schnell! - und - Immer mit der Ruhe
Gerade wenn es um komplexe Aktionen geht, kommt oftmals ein Zeitfaktor ins Spiel. Weiter oben findet sich ein Beispiel: Petra möchte eine Tresorraumtüre aufbrechen. Der Spielleiter hat fünf Minuten als Zeiteinheit angesetzt und möchte neun Erfolge sehen. Betrachten wir diese Zahlen, so fällt auf: Im besten Fall ist Petra in einer Dreiviertelstunde mit dem Schloss fertig, weil aber vermutlich nicht jeder Wurf erfolgreich sein wird, kann sie davon ausgehen, dass es durchaus etwas länger dauert.
Was aber, wenn Petra damit rechnen muss, dass der Eigentümer des Hauses in einer halben Stunde wieder da ist? Sie kann versuchen sich zu beeilen.

Diese Regeloption wirkt sich auf den festgelegten Zeitfaktor aus.
Zeitfaktor
Beschreibung
Modifikator
x 1/4
"Du siehst diese Digitalanzeige?" :10 :09 :08 ...
+6
x 1/3
"Ich glaube ich habe jemanden gehört ..."
+4
x 1/2
"Wir haben echt keine Zeit!"
+2
x 2
"Lass dir Zeit
-2
x 3
"Wann wolltest du das haben? Ach erst morgen?"
-4
x 4
"Der kommt erst nächste Woche wieder zurück!"
-6
Wichtiger Hinweis: Wird die Erschwernis für eine Zeitverkürzung genommen, so sollte man diese durch Überanstrengung ausgleichen - sonst kann es passieren, dass es am Ende länger dauert!

Wie alle Regeloptionen, sollte man auch diese hier mit gesundem Menschenverstand anwenden. Das gilt sowohl für das Zeit lassen, wie auch für das Beeilen.

9. Erfolg und Misserfolg

Kurz und knapp, wiederholen wir an dieser Stelle, was du bereits mehrfach gelesen hast:

W12 ± Gesamtmodifikator ≤ Attribut = Erfolg

So einfach ist das.

Petra macht sich im Laufe der Nacht an einem Aktenschrank zu schaffen, um die Aufzeichnungen des Professors zu den aufgefundenen Artefakten zu entwenden. Sie hat einen Wert in Schlösserknacken von II, ein Attribut PHY von 5, sie versucht sich, im Licht der Straßenlaterne, welches durch das Fenster fällt, mit ordentlichen Werkzeug, an einem nicht zu komplexen Schloss. Der Erzähler bestimmt dies als Aktion mit einem Gesamtmodifikator von +2 zu bewerten.

Sie wirft 1 - 1 - 1 und knackt das Schloss - oder - sie wirft 3 - 9 - 11 und knackt das Schloss.

Das genaue Würfelergebnis sagt in diesem Fall nichts über die Qualität der Aktion aus, oder wie schnell und elegant es gelungen ist.

In diesem Grundzustand der Regeln gibt es nur ja oder nein.

Hinweis zur Vollständigkeit: Bei einer komplexen Tätigkeit und unter Nutzung der Scotty-Regel hätte sie mit dem ersten Wurf natürlich drei Erfolge gesammelt, mit dem zweiten nur einen.

Auf der anderen Seite spielt es auch keine Rolle, ob die Würfel 12 - 12 - 12 oder 4 - 4 - 4 zeigen, es wäre in beiden Fällen nicht gelungen. Der erste Wurf ist vom Ergebnis her nicht schlechter, als der zweite Wurf.

Was bedeutet ein Misserfolg? Du kannst durchatmen, meistens passiert gar nichts, die Tresortüre geht nicht auf, beim Klettern kommt man nicht wirklich weiter, beim Kampf geht der Schuss oder der Schwerthieb ins Leere.

Üblicherweise führt ein solcher Misserfolg nicht direkt zu negativen Folgen - ein Schwimmer, dem eine Schwimmen-Probe misslingt, der ertrinkt nicht gleich, ein Fassadenkletterer stürzt nicht in den Tod und ein Schwertkämpfer schneidet sich nicht selbst den Arm ab.


Erstaunlich!
Erfolg oder Misserfolg, mehr unterscheidet die Würfelprobe nicht. Falls euch das nicht ausreicht und ihr bereits die Regelotion Würfelpool verwendet, könnt ihr mit besonders guten Würfelwürfen erstaunliche Erfolge erzielen.

Einen Erfolg benötigt ihr für das Resultat der Probe. Jeden weiteren Erfolg könnt ihr verwenden, um einen besonderen Effekt zu erzielen.

In einer Nahkampfsituation kann das bedeuten, den Gegner in eine spezielle Lage zu versetzen, ihn in eine bestimmte Richtung zu drängen, auf den Boden zu werfen oder ähnliches. Bei einem Fernkampfangriff kann man beispielsweise den getroffenen Körperteil bestimmen.

Bei Verhandlungen gelingt es so vielleicht, den Preis noch ein bisschen zu drücken oder man hat Glück und der Gegenstand ist von besserer Qualität als erwartet.

10. Wahrnehmungsproben

Bemerken die Spielercharaktere den Hinterhalt rechtzeitig? Finden sie bei der Durchsuchung eines Büros den versteckten Tresor hinter dem Bild? Entdecken sie in einer Menschenmenge die gesuchte Person? Hören und verstehen sie das Gespräch auf der anderen Seite der Türe?

Die Antwort auf viele dieser Fragen liefern Wahrnehmungsproben. In diesem Regelwerk verzichten wir bewusst auf eine spezielle Fertigkeit oder ein bestimmtes Attribut für Wahrnehmungen. Der Erzähler verlangt vom Spieler einfach eine Probe auf eine passende Fertigkeit, oftmals gegen MEN oder PHY. Allerdings kann die Probe auch gegen SOZ gehen, wenn es darum geht eine Verkleidung zu durchschauen, gegen NK falls der Charakter jemanden nach verborgenden Waffen durchsucht oder gegen FK bei dem Versuch die Position eines Scharfschützen zu identifizieren.

11. Weiterführende Links




Letzte Änderung am 26.7.2021 um 09:58:44 Uhr von Eric


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