Haus Neo Edo

  • Zugehörigkeit: Novaropäische Allianz
  • Regierungsform: Monarchie
  • Herrscher: Tenno Takokawa
  • Einfluss: beachtlich
  • Heimatwelt: Yedo (Epsilon Eridani III)
  • Sprachen: Nippon, Novababel
NeoEdo ist der offiziellen Geschichtsschreibung nach das erste gegründete Hohe Haus. Sie haben den Neo-Feudalismus auf der Erde begründet und waren maßgebliche Unterstützer der Novaropäischen Allianz.

Fragt man einen beliebigen Bürger der Allianz oder anderen Kenner der menschlichen Kulturen so wird Traditionsbewustsein, Stolz und ein Hofprotokoll mit einer unüberschaubaren Menge an Riten und Gesten wohl das Erste sein worüber berichtet wird.
Gleich dannach wird – zwiespältig anmutend – über die Hingabe hin zu moderner Technologie in allen Spielarten weiter erzählt.

Dieser Zwiespalt ist eines der definierenden Eigenheiten des Hauses und findet sich in allen Schichten der Kultur und Gesellschaft wieder und obwohl für Fremde oft verwirrend ist es für Mitglieder des Hauses Teil ihrer Identität.

Macht und Einfluss betreffend steht Neo Edo den anderen hohen Häusern in nichts nach. Die verhältnismäßig wenigen Kolonien sind überaus gut ausgebaut, ebenso ist Ausrüstung und Ausbildung ihres Militärs von außerordentlicher Qualität.

1. Geschichte

1.1. Resourcenkriege und die Geburt des Hauses Neo Edo

Obwohl die Resourcenkriege offiziell erst 2151 beendet werden sollten, flaute die Serie der Konflikte zwischen den Machtblöcken der alten Welt die in den 2070ern begannen gegen Anfang des 22. Jahrhunderts deutlich ab - da niemand mehr die Waffen oder Soldaten hatte noch weiter zu kämpfen.
Während weite Regionen der Welt in ein neues Dunkles Zeitalter verfielen sammelten sich überall Überlebende in kleinen Enklaven, die dem Gröbsten entgangen waren.
Unter diesen Enklaven gab es eine Gruppe von Siedlungen an der chinesischen Ostküste, in der Überlebende aus Japan, Korea, Vietnam und China gemeinsam ums Überleben kämpften.
Nicht nur gegen Wetter und die widrigen Umstände - auch gegen sowohl russische als auch chinesische Warlords die sich im Norden Chinas und der Mongolei etabliert hatten.

Die Bande zwischen den Siedlungen wurde stärker, Pakte und Bündnisse verhalfen der Gruppe zu lokaler Dominanz und bald konnte man die Plünderer zurückdrängen und eine Zone relativen Friedens erschaffen.

In dieser Zeit - genauer im Jahre 2125 wurde der fähige und umsichtige Verwalter der Enklave Jin - Hatamo Iekei - zum Feldherren oder Daimyo - der Koalition gewählt.
Innerhalb von zwei Jahren gelang es dieser Gruppierung, die größten Teile der ehemaligen chinesischen Gebiete sowie die japanischen Inseln, Korea und Teile Nordvietnams unter ihre Kontrolle zu bringen.

Mit der Krönung Hatamos zum ersten Tennos dieses neuen Reiches begann die Epoche des Neuen Feudalismus, die heute noch anhält.

1.2. Relativer Frieden und Aufstieg auf der Erde

Die wachsende Machtstruktur des Hauses Jin sorgte bald für eine teilweise Stabilisierung der Region. Doch während sich viele andere Fraktionen und überbleibsel ehemaliger Nationen, niedergeworfen von den Dekaden des Kriegs um Wiederaufbau bemühten, gab es immer noch jene, denen die Kraft zu Kämpfen nicht ausgegangen war. Viele der Kriegsherren, die von der Enklave Jin bezwungen worden ware, hatten sich in de Mongolei und ostrussische Gebiete zurückgezogen um von dort dem neu entstandenen Land mit Plünderungen und gelegentlichen Angriffen das Leben schwer zu machen.
So geriet die Region schnell an ihre logistischen Grenzen ihr Land zu verteidigen.
Als aber Gerüchte von anderen befriedeten Gebieten bekannt wurden, entschied die Führung des Hauses sich, Unterhändler über das Meer und durch die unwegsamen Gebirge und Wüsten zu senden.
So wechselte der Konflikt langsam vom Krieg zwischen Nationen zum Kampf zwischen den neu erwachsenen Kulturen und Zivilisationslosen Kriegsfürsten und Banditenbanden.
Die ersten Verbündeten der ostasiatischen Region Jin (auch Jin-Edo um die Inseln miteinzubeziehen) war das Haus Abrahams, das sich an der Westküste Nordamerikas - in den ehemaligen Weststaaten der USA und Kannadas etabliert hatte und sich langsam Richtung Osten ausbreitete.
Der Transpazifische Seehandelspakt gilt zusammen mit den DeBeer Handelsverträgen als eines der ersten zarten Blüten eines neuen Friedens.
Im Westen erreichte das Haus Jin Händler der DeBeer, welche zu dieser Zeit Handelsrouten zwischen Nordafrika, Vorderasien und Europa etabliert hatte.

Im Laufe der Zeit gelang es diesen drei Häusern und all den anderen Enklaven des Friedens wie d'Arc, Habsburg Möbius, Vijayanagar und zahlreichen anderen die letzten Plündererstämme und Barbaren zu zerschlagen. Diese neuen Häuser unterzeichneten den Friedensvertrag von Bejing im Jahr 2251, welcher als offizielles Ende der Resourcenkriege angesehen wird.

1.3. Der Aufbruch nach Epsilon Eridani

Hatamo, Herrscher des Reiches Jin-Edo erlebte noch, wie die Welt nach dem langen Konflikt in ein neues goldenes Zeitalter einzutauchen begann. In den 11 Jahren, die seine Herrschaft noch andauern sollte, etablierte sich wieder eine weltweite Gemeinschaft und internationale Kontakte. Zwar hatte der Krieg das Leben vieler Menschen zerstört - doch für die Überlebenden sollte es ein kurzes Aufatmen geben.
Natürlich war allen Beteiligten zu dieser Zeit bewusst, dass es früher oder später wieder zu einem Konflikt um die begrenzten Resourcen der Welt geben würde. So entwickelten sich zwei Denkschulen die das Streben der Menschheit in diesen Jahren prägen sollte - Resourcenschonung und Expansion.
Da man aber Resourcen nur zu einem bestimmten Grad einsparen kann und andere Rohstoffe von Natur aus schwindend und begrenzt sind, setzte sich die Expansionsbestrebung der Menschheit in den Jahrzehnten nach dem großen Krieg durch.
Der Weltraum wurde als neue, potentielle Rohstoffquelle immer interessanter.
Der alte Kaiser sollte die Inbetriebnahme des ersten Orbitallifts auf NeuGuinea nicht mehr miterleben - doch die Worte die er seinem Volk in der letzten öffentlichen Rede mitgab prägen das Haus heute noch.
"Der Fortschritt wird uns in den Weltraum bringen. Und wir werden furchtlos diesem Pfad folgen. Der Fortschritt wird unseren Frieden sichern und unserem Volk helfen. Umarmen wir dieses Geschenk und machen das Beste daraus - doch sollten wir beim Blick nach vorne nie vergessen zurückzuschauen. Denn alles was wir tun ehrt unsere Ahnen und beweist dass sie mit ihren Entscheidungen richtig lagen.
Bald darauf verlagerte sich der Abbau von Erzen und seltenen Erden in den Orbitalgürtel.
Und nur wenige Jahre dannach begannen die ersten großen Häuser Außenposten und Niederlassungen auf den anderen Planeten des Sonnensystems zu errichten. Darunter natürlich auch Jin-Edo.

Und dann sollte diese Phase von Frieden und Wohlstand sich wieder ihrem Ende zuneigen und einem neuen Zeitalter der Herausforderung platz machen.
Neben den adligen Häusern, die das Gesicht der Erde prägten stieg auch eine völlig andere Macht auf, die sich vom bloßen rückwärts gewandten Ärgerniss zur größten Gefahr für die Menschheit entwickeln sollte.
Die religiösen Fanatiker die sich selbst die 'Jünger des Zürnenden Herrn' nannten und den amerikanischen Süden mit ihrer Gewaltherrschaft zu überziehen begannen.

1.4. Aufstieg der Jünger und Gründung der Allianz

In den folgenden Jahrhunderten breiteten sich die großen Häuser immer weiter im Sonnensystem aus - und mit dem ersten Sprung-Antrieb und dem ersten Sternentor auch in die benachbarten Systeme.
Neo-Edo bildete die Speerspitze als erstes Haus das eine große, selbstständige Kolonie in einem anderen Sternensystem errichtete und den Planeten für sich selbst in Anspruch nahm - die Welt die wir heute als Yedo im Epsilon Eridani System kennen.
Wenngleich in dieser Zeit kein neuer globaler - oder systemweiter Krieg wie der Resourcenkrieg drohte, gab es doch immer wieder Konflikte, als die Häuser begannen bestimmte Welten zu konsolidieren.
Jin-Edo gehörte zu den ersten Häusern, die von der Erde verdrängt wurden, als deren terranische Besitzungen von der pazifischen Allianz angeführt vom selbst ernannten Hohen Haus Ryukyu übernommen wurden.
Doch trotz dieses herben Schlages für das so traditionsreiche Haus, hatten sie zu diesem Zeitpunkt ihre Machtbasis zu diesem Zeiptunkg bereits in das Eridani-System verlegt.

Was dann folgen sollte, konnte jedoch niemand vorhersagen. Die Schicksalstage um die Jahre 2556/2557. der Aufstieg und Angriff der Jünger und die Ausrufung der Allianz durch das Haus Pendragon.
Trotz der Schmach die Jin im Sol-System erfahren hatte, war den Herrschern des Hauses bewusst, dass die Gefahr durch die Jünger größer war, als alles bisher dagewesene. Wie alle anderen hatte die Entscheidungsschlacht über Europa die Flotte der Jin weitestgehend zerstört.
Als Helden des Kampfes gegen die Jünger des zürnenden Herrn gefeiert, hatte das Haus einen guten Stand bei den Verhandlungen um die Gründung der neuen Allianz, die sich nach der Entscheidungsschlacht enftachte. Zwar wurde diese nur wenige Tage später ausgerufen - doch über Feinheiten, Freiheiten, Rechte und Pflichten der Mitglieder wurde noch Monatelang diskutiert, bis die Verträge alle unterzeichnet werden konnten.

Für das Haus selbst sollte sich nicht viel ändern, außer dass die Schreibweise in der neuen offiziellen Sprache der Allianz - dem Novasperanto - in Neo Edo änderte.

1.5. Eroberung des Paradieses

Die Menschheit war wieder gegen einen gemeinsamen Gegner geeint. Doch nichtsdestotrotz hoffte jede Fraktion innerhalb der Allianz eigene Vorteile für sich zu gewinnen.
Alsbald waren die Systeme und Welten in der Nähe Sols vergeben - zwar hatte es weit mehr gegeben als man bisher angenommen hatte, doch war es längst nicht genug um jedem großen und kleinen Haus der Menschheit einen eigenen Platz zu gewähren.
So war auch hier Neo Edo führend beim Aussenden von Generationenschiffen über den großen Abgrund des galaktischen Voids in den Hyperion-Spiralarm, wenngleich die einzige Möglichkeit Kontakt mit diesen Siedlern zu halten zu jener Zeit nur eine Theorie und der Wunschtraum von Ingenieuren und Herrschern war, der sich erst 150 Jahre später erfüllen sollte.
Im Jahr 2770 wurde dann das Portal in den Hyperion - von Sol nach Antares - aufgespannt. Das längste Sprungtor das jemals gebaut wurde.
Doch dann sollten sich die Ereignisse überschlagen. Nicht nur gab es jenseits des Abgrundes ein Tornetzwerk aus wer weiß welcher Zeit - auch fremdes Leben. Kulturen, Völker ganze Reiche raumfahrender Zivilisationen.
Und grenzenlos Platz sich auszubreiten.
Viele der großen Kolonien des Hauses stammen aus der ersten Siedlungswelle die sich in den 2770ern vom Gaia-Spiralarm zum Hyperion aufgemacht hat.

1.6. Situation heute

Neo Edo hat eine feste Machtposition im Rat der zehn großen Häuser inne, diverse Verbündete kleine Häuser haben durchaus ein Stimmgewicht im großen Rat - in dem alle Häuser und Fraktionen zusammensitzen. Seit 2998 regiert Kaiser Takaeda die Allianz, was dem Stand des Hauses nur gut tun kann.

Aus der ersten Siedlungswelle haben sich NeoEdo Kolonien auf verschiedenen Welten mit unterschiedlichem Erfolg etabliert. Und wenngleich man viele der angesteuerten Welten wiedergefunden hat, ist die Suche nach weiteren Kindern des Kaisers noch immer im Gange. Neo Edo hatte dabei weniger schwierigkeiten, Kolonien die seit Jahrhunderte unabhängig sind wieder in die Obhut des Hauses zu übernehmen - auch haben sich weniger neue Kolonien des Hauses abgespalten und zum Beispiel dem FSP angeschlossen.

Heute folgt NeoEdo einer zurückhaltenden Ausbreitungsstragie, die eher auf wenige gut etablierte große Kolonien setzt, als auf zahllose Niederlassungen, wie es andere Häuser halten.
Selbst Welten mit sehr wenigen Kolonisten sind bestens versorgt und das Auge des Shogun ruht auf allen Untertanen.

Wirtschaftlich setzt NeoEdo auf größtmögliche Selbstversorgung. Es wird nicht so viel Exportiert und man gründet wenig reine Abbau-Niederlassungen auf Planeten.
Tourismus und Kultur gehört zu den wichtigeren Wirtschaftsfaktoren zusammen mit einer hochtechnologischen Industrie.

2. Zwiespältige Kultur

2.1. Tradition und Fortschritt

Die Kultur der Neo Edo reicht ebenso weit zurück, wie die der anderen großen Häuser. Doch im Gegensatz zu diesen haben auch die Nationen aus denen Neo Edo hervorging immer einen starken Bezug zu ihrer früheren Geschichte, Religion und Philosophie gehabt.
Für Fremde merkwürdig anmutend steht Ahnenverehrung und Aberglaube in keinem Widerspruch zu Wissenschaft und moderner Technik, sondern ergänzen sich bestens.
In den engen und dicht bevölkerten NeoEdo-Städten der Kernwelten wechseln sich hochmoderne Glasbauten mit traditionellen niedrigen Häusern und verborgenen Parkanlagen ab, stehen Ahnenschreine neben modernster Unterhaltungselektronik und finden sich Tempel in den Hinterhäusern von Computergeschäften in denen Räucherstäbchen, antike Holzfiguren und Neonlicht ein unvergleichliches Amalgam bilden.
In den besseren Vierteln, die etwas mehr Platz bieten herrschen traditionelle ummauerte Villen vor, und die Innenwände bestehen häufig aus Papier wie vor Jahrtausenden – doch natürlich darf ein Dienstrobot genauso wenig fehlen, wie der Hausschrein um Ahnen und Geister milde zu stimmen.
Jedoch beobachtet das Haus eine Entwicklung unter jungen Leuten, die entweder strikt Tradition als
Hemmschuh und Überholt ablehnen und sich gänzlich in eine fast religiöse Verehrung alles Modernen verstehen.
Ebenso auch das Gegenteil von regelrechten Technikverweigerern, welche abseits der Raumhäfen in selbstgewählter Isolation leben und wenn sie überhaupt Kontakt erlauben, dann mit Kunsthandwerk Handel treiben.

2.2. Öffentliche Masken und wahre Gesichter

In einem Haus, welches größten Wert auf Ehre und Respekt legt, ist das Gesicht – der Ruf einer Person – der wohl wichtigste Faktor, der über Aufstiegschancen und den gesellschaftlichen Status entscheidet.
Korrektes Verhalten, einhalten der Etikette und Formalitäten des Hofzeremoniells werden von jedem Mitglied des Hauses gefordert und dies geht auch auf die Untertanen und Bewohner über.
So gibt es korrekte Wege einen Brief zu übergeben, respektvoll eine Visitenkarte entgegenzunehmen, Einladungen anzunehmen oder abzulehnen, Zeremonien korrekt auszuführen und so weiter.
Der Druck ist hoch und so ist für Viele das öffentliche Leben eine Gratwanderung zwischen schwer verzeihlichen Protokollfehlern und unbeabsichtigten Respektlosigkeiten.
Ein unbedachtes Wort, eine Geste zur falschen Zeit kostet einen zwar nicht mehr das Leben wie in früheren Jahrtausenden, doch kann es die Aussicht auf eine Beförderung oder eine begehrte Erlaubnis in eine der Koloniewelten zu ziehen auf Jahre hinweg verbauen.
Ein öffentliches Gesicht – korrekt, makellos und scheinbar unnahbar – ist so für jene, die nach Höherem streben zur zweiten Natur geworden.
Das private oder wahre Gesicht hingegen ist oftmals für die Familie reserviert, für enge Freunde oder andere Beziehungen. Die Maske fallen zu lassen, jemanden in sein Privatleben einzuweihen oder seine Interessen zu teilen gilt als großer Vertrauensbeweis. Andererseits gibt es kaum eine größere Respektlosigkeit, als private Dinge an die Öffentlichkeit zu bringen. Oftmals ist der Schaden für den Verräter weit größer als für das Opfer.
Ein Künstler aus der grauen Vergangenheit hat einst den Satz geprägt, wir alle wären nur Schauspieler auf der Bühne des Lebens – für Mitglieder und Untertanen des Hauses Neo Edo ist diese Aussage nur all zu wahr.

2.3. Meditation und Exzess

Doch wie begegnen die Bürger diesem konstanten Druck?
Die Antwort auf die Frage, die wohl jeden Fremden früher oder später drängt, ist vielschichtig.
Zum einen frönen viele Leute exklussiven Hobbys, widmen sich der Kunst, Kaligraphie oder Maskentheater, Musik oder sogar Jagd. Selbst Bürgerliche und Unfreie widmen jedes bischen Freizeit ihrem bisweilen skurrilen Steckenpferd.
Dann gibt es verschiedene, gewissermaßen anerkannte Wege sich zu entspannen – Meditation Yoga und eine Unzahl an Kampfsportarten, welche gerne auch in Parkanlagen oder anderen öffentlichen Bereichen praktiziert werden und oftmals zahllose Leute spontan zusammenbringt.

In bestimmtem Kontext sind Dinge erlaubt, welche selbst in weit laxeren Häusern für Aufsehen sorgen würden.
So gibt es Spielshows, welche Teilnehmern oftmals mit derben Streichen konfrontieren und gerne auch in schlüpfrige Bereiche abgleiten. Gewissermaßen öffentliche Demütigung als Katharsis für die Massen. Die Teilnahme ist meist nur den niederen Schichten möglich – es wäre kaum schicklich für einen Adligen bei so einem Spiel teilzunehmen.

Zuletzt bedenke man der Druck bezieht sich auf die Öffentlichkeit – was hinter verschlossenen Türen geschieht, bleibt meist auch dort. Und was nicht gesehen wird, schädigt auch nicht das Ansehen einer Person.
Beginnend bei Karaoke-Veranstaltungen bei denen sich wildfremde Menschen in versteckten Bars treffen um dort bekannte Lieder nachzusingen, oder ähnliche Veranstaltungen die jedoch mehr auf Laientheater abzielen.

Und natürlich kann man sich die Abgründe ausmalen die sich auftun, je reicher, einflussreicher und verschwiegener die Teilnehmer und Veranstalter sind.

In diesem Kontext seien auch die Himitsu no Hanazono – die Geheimen Gärten erwähnt. Dies sind Orte der Entspannung für Geist und Körper. Meist planetare Urlaubszentren in der Nähe großer Siedlungen, doch es gibt teilweise ganze Kolonien, bei denen dann der ganze Planet diesem Zweck dient.
Von bemerkenswerte Landschaften zum Wandern, aufwändigen Naturbädern, Kuranlagen bis hin zu modernsten VR-Simulationsräumen, Clubs, Bars, Stränden, Inseln, umfassen diese Orte alles, was man zum Entspannen benötigt.
Zugang zu, speziell den Himitsu no Hanazono-Koloniewelten wird jedem gewährt, der sich die Reise leisten kann. Adligen des Hauses und natürlich zahlungskräftigen Kunden anderer Häuser der Allianz, FSP oder Alienvölkern.
Bisweilen kann ein Unfreier einen Aufenthalt als Belohnung gewährt bekommen. Und das höchste Glück dürfte es sein, dorthin als Kolonist entsandt zu werden.
Und ähnlich wie hinter anderen verschlossenen Türen – Diskretion steht an erster Stelle. Was immer dort geschieht bleibt auch dort.

2.4. Isolation und Neugier

Es ist generell nicht leicht, Untertan eines Adelshauses zu werden, doch es kommt durchaus vor. In Ungnade gefallene Adlige oder Offiziere, Kolonien die den Besitzer wechseln, oder Abenteurer, die auf Karriere aus sind.
Das Haus Neo Edo stellt aber besondere Hürden auf.
Das Hofzeremoniell und all die Riten und Verhaltensweisen, die korrekt befolgt werden müssen, stellen eine oft unüberwindliche Herausforderung dar. Wenn eine falsche Geste oder ein unbedachtes Wort für ein reguläres Mitglied schon das Ende der Karriere bedeuten könnten, so ist es für einen Fremden, der mit den Regeln unvertraut ist, hart überhaupt eine Karriere zu beginnen, die man beenden könnte.
Und wenngleich das bei weitem nicht für alle Untertanen des Hauses gilt, so sind zumindest ein Großteil der konservativen Adligen sich ihres Status als Mitglieder des Ältesten und Würdevollsten Hauses bewusst. Und dieses Haus rein zu halten von Leuten die nicht einmal den simpelsten Traditionen und Benimmregeln zu folgen vermögen, sehen sie als ihre Pflicht gegenüber dem Haus an.
Generell gesagt, haben Fremde in den Kernwelten-Besitzungen von Neo Edo einen schwereren Stand als im Hyperion.
Touristen Besuchern und Geschäftspartnern hingegen steht man jedoch einladend höflich gegenüber sofern sich diese respektvoll verhalten.
Im krassen Gegensatz zum Verhalten gegenüber anderen Menschen steht das Haus Neo Edo Aliens deutlich wohlwollender gegenüber.
Natürlich ist es auch für einen Nichtmenschen nicht unbedingt einfach ordentliches Mitglied des Hauses zu werden. Doch die Lust auf Exotik eröffnet Aliens gänzlich andere Zugänge in die Gesellschaft.
Ein möglichst exotisches Alien als Hausdiener zu haben fördert das Prestige und
intime Kontakte mit Aliens gelten – sofern sie hinter verschlossenen Türen geschehen - als beneidenswerte Errungenschaft.

3. Militär und Flotte

3.1. Ashigaru und Samurai

Das Militär von Neo Edo ist nicht wesentlich anders aufgebaut als die Heere der anderen großen Häuser. Offiziersränge sind Adligen vorbehalten oder mit einem Titel verknüpft. Daher ist der Aufstieg im Militär eine der wenigen Möglichkeiten in den Adelsstand erhoben zu werden.

Ashigaru bilden das Rückgrat der Armee - vom einfachen Soldaten bis hinauf zum Stabsoffizier.
Diese sind je nach Einsatzgebiet mit Feuerwaffen oder Strahlenwaffen ausgerüstet, entweder in Gefechtsuniform oder leichten Rüstungen im Feld. Üblicherweise tragen Ashigaru zusätzlich Nahkampfwaffen - meist Betäubungsschlagstöcke oder Betäubungslanzen, sowie kurze Klingenwaffen.
Parade und Gardeuniformen sind in weiß und rot gehalten, tragen oft traditionelle langläufige aufwändig verzierte Strahlengewehre, Lanzen oder Schwerter.

Samurai sind nur dem Namen nach angelehnt an die traditionellen adligen Krieger. Sie stellen das schwere Pendant zu den leicht gerüsteten Ashigaru dar. Schwere Kampfrüstung, sowohl im Feld als auch zum Gardedienst, schwerere Strahlen oder Feuerwaffen - dazu traditionelle Langschwert-Kurzschwert-Kombinationen.
In vielen Einsätzen bilden die Samurai schwere Unterstützungseinheiten.
Darüberhinaus setzt das Haus NeoEdo auf modernste Robot-Technik. Waffenplattformen, Läufer und Dronen gehören ebenso zum Arsenal wie die vorhin erwähnten traditionell gehaltenen Waffen.
Den höchsten Rängen oder den elitärsten Gardeeinheiten vorbehalten sind die typischen einschneidigen und gekrümmten Laserklingen. Die Kampfeigenschaften dieser Waffen unterscheiden sich kaum von den normalen Laserschwertern - sind jedoch ungleich komplexer aufgebaut um den einzigartigen Effekt der begrenzten Krümmung zu erlauben.

3.2. Shinobi

Die Kommandoeinheiten des Hauses sind legendär. Vieles was man über diese Kämpfer weiß sind Gerüchte - und vieles ist schlicht unglaubwürdig. Jedoch kann man sicher annehmen, dass diese Kämpfer Spezialisten für Infiltration, Sabbotage und Spionage sind. Zur Ausbildung gehört nicht nur vielseitiges Waffentraining und Geländekampf, sondern auch die Kunst der Lautlosen Bewegung, Ablenkung und Tarnung. Wenn man den Geschichten Glauben schenken möchte, können Shinobi Tagelant regungslos in einem Versteck verharren um der Gefangennahme zu entgehen oder ihr Ziel zu überraschen.
Ausüstung und Uniform ist so individuell wie jeder Einsatz und bei dieser Einheit verwischen die Grenzen zwischen Militär und Geheimdienst.

3.3. Ronin

Bei aller elitären Einstellung, weiß das Haus NeoEdo doch die Kampfstärke und Fähigkeit anderer Häuser und Völker zu schätzen. Die Ronin-Einheiten sind vergleichbar mit den Ashigaru - einfache Infanterie, Fahrzeuge und dergleichen. Der Unterschied ist jedoch, dass sich die unteren Ränge dieser Abteilung vorwiegend aus Außenstehenden und anderen Spezies zusammensetzt. Auch für viele Kolonialbürger, die die Aufnahmeprüfungen für die regulären Einheiten nicht bestehen, bilden die Ronin die beste Möglichkeit für sozialen Aufstieg.

Der Ruf der Ronin ist zwiegespalten. Auf der einen Seite gelten sie als traditionslos, disziplinlos und am Rande von Legalität und Benumm - doch auf der anderen Seite wird ihre Anpassungsfähigkeit, Reaktionsschnelle und unkonventionelle Herangehensweise glorifiziert.
Als Mitglied der Ronin wird man kaum auf einen höfischen Ball eingeladen - und es gibt keine Ronin-Gardeeinheiten - doch der romantisiert-verwegene Ruf dieser Truppe macht sie zu Helden für die normalen Bürger.

3.4. Raumflotte

Die Flotte des Hauses ist verglichen mit anderen Mächten eher klein. Dafür entsprechen die Schiffe dem modernsten Stand der Technik - oftmals noch vor denen des Hauses Habsburg-Möbius, mit dem man sich in einem ständigen Wettkampf befindet.
Hier steht Technik und Effizienz im Vordergrund. Flotte von NeoEdo operiert mit sehr kleinen Besatzungen und einem hohen Maß an technischer Unterstützung.
Tradition - wie altmodische Uniformen und Waffen - sieht man nur auf Ballempfängen, kaum jedoch an Bord der eigentlichen Schiffe.
Eine Ausnahme hierzu bildet die 'Mandate of Heaven' - das Flaggschiff des amtierenden Kaisers der Allianz, welches völlig und ganz auf Optik und Effekt setzt.

Gefürchtet sind NeoEdo Enterkommandos die mit spezialisierten Gefechtsrüstungen und Exoskeletten oftmals auf die üblichen Enterkapseln verzichten und so ein deutlich schwerer zu treffendes Ziel bieten, während sie sich ihrem Ziel nähern.
Und auch in Schiffen sind diese schwer gepanzerten mit Schwertern bewaffneten Laufpanzer oftmals das letzte was ein zu Tode entsetzter Pirat zu sehen bekommt.

4. Haus Neo Edo im Spiel

Wie alle großen Häuser der Allianz gehört Neo Edo zu den einflussreichen Faktoren im Hyperion. Das Haus besitzt ganze Welten, unterhält aber auch Kolonien auf Planeten die von mehreren Fraktionen bewohnt werden.

Bedeutend ist derzeit, dass das Haus Neo Edo den amtierenden Kaiser der Novaropäischen Allianz stellt. Zwar gilt offiziell dass der Herrscher unparteiisch zu sein hat - doch in der Praxis hat sich gezeigt, dass sich das Haus des Kaisers während dessen Amtszeit gewisse Privilegien einräumt, die meist stillschweigend geduldet werden.
Der Shogun von Neo Edo macht hier keine Ausnahme. So kann man deutlich öfter als gewöhnlich die weiß und rot gehaltenen Uniformen des Hauses und es scheint, als wären die Soldaten und Offiziellen noch etwas strenger als sonst.

Generell gilt Neo Edo als isoliert und abweisend - das bezieht sich aber hauptsächlich auf Menschen anderer Fraktionen die tatsächlicher Teil des Hauses werden und in deren Reihen aufsteigen wollen.
Für Transporte in den Grenzwelten oder auch verdeckte Operationen ist bekannt, das das Haus auch Kräfte von Außen anwirbt.
Und wie in allen anderen Fraktionen auch gibt es halb-private Firmen, Siedlungsunternehmungen und andere Gewerbe mit denen es etwas lockerer zugeht.
Grundsätzlich sei aber gesagt, dass man auch im zivilen Leben etwas mehr Wert auf Respekt und Protokoll legt, als bei anderen Häusern und Fraktionen.

So lange man darauf achtet kann man auch auf die Ehrenhaftigkeit seiner Neo-Edo Geschäftspartner bauen.

Im Krassen Gegensatz dazu gibt es aber auch eine Halbwelt und Unterwelt die von Bürgern des Hauses - gerüchteweise sogar hinauf bis in die adligen Schichten - ausgeht.
Hier gilt ein ähnliches, wenngleich verzerrtes Konzept von Protokoll und Respekt und auch hier wird Loyalität und Integrität äußerst gut belohnt. Ungleich den offiziellen Geschäften muss man hier aber nicht nur damit rechnen auf eine Schwarze Liste zu kommen, wenn man sich daneben benimmt. Wer versucht zu betrügen - verschwindet. Meist auf nimmer Wiedersehen.
Nicht umsonst hört man überall das Gerücht, dass im Schatten des Hauses der Sklavenhandel gedeiht wie nirgends sonst.

4.1. Bedeutende Clans

Takokawa - stellt den Shogun des Hauses
Takaeda - stellt den derzeitigen Kaiser der Allianz
Mako - einflussreicher Händlerclan, besitzt mehrere Urlaubswelten

4.2. Kolonien

Hier findest du eine Auflistung wichtiger oder zumindest typischer Koloniewelten des Hauses Neo Edo.

4.3. Wichtige Personen

Enige Herausragende und wichtige Persönlichkeiten von denen man gehört haben kann, oder denen man im Laufe eines Abenteurerlebens begegnen kann

5. Tipps für Charaktere aus dem Haus Neo Edo

Diese Tipps stellen typische Verhaltensmuster, Eigenschaften und kulturell geprägte Eigenheiten dar. Um einen Charakter, der dem Haus NeoEdo angehört darzustellen, kann man sich an diesen Eigenschaften orientieren. Wie stark der Charakter von der Kultur geprägt ist, hängt natürlich enorm vom Einzelfall ab - ein Veteran, der seine militärische Karriere auf Yedo begonnen hat, um seiner Familie Ehre zu bringen, wird wahrscheinlich stärker in die Kultur eingebunden sein, als die Tochter reisender Fernhändler, deren engster Kontakt zum Haus die Landung auf einer NeoEdo Orbitalstation ist.

Keine der hier vorgestellten Eigenschaften ist verpflichtend - es sind typische Merkmale, die man verwenden kann um seinen Charakter auszuschmücken.
  • Ehre und Reputation: Viele Mitglieder des Hauses - nicht nur Adlige - sind auf ihren makellosen Ruf stolz und legen Wert auf einwandfreies Verhalten.
  • Etikette: Das Haus NeoEdo geht noch einen Schritt weiter als all die anderen Häuser, wenn es um korrektes Verhalten geht, wie man seine Waffen gürtet, wo man diese ablegt, wenn man bei einem Gastgeber eingeladen ist, welche Art von Geschenken man gibt oder annimmt...
  • Technikverliebtheit: Moderne Entwicklungen sind für viele NeoEdo Mitglider faszinierend. Es gehört zur Kultur, dem neuesten technischen Trend zu folgen. Angst oder Ablehnung gegen technische Hilfsmittel gibt es faktisch nicht.
  • Traditionsverbundenheit: Im krassen Gegensatz gibt es - gerade auf verschiedenen Koloniewelten eine Gegenbewegung zu der uferlosen Technikbegeisterung. Traditionalisten, die sich auf Handwerkskunst früherer Zeit festlegen und alles Moderne ablehnen.
  • Zwiespältigkeit und Extremes: Die krasse Trennung zwischen öffentlichem Auftreten und privatem Verhalten zieht sich durch alle Schichten der Gesellschaft und lässt sich in viele Lebensbereiche übertragen. Etwa die beiden Punkte Technikbegeisterung und Traditionalismus - natürlich gib es die extreme Schmiedemeisterin, die Klingen wie vor 2000 Jahren herstellt - die aber außerhalb ihrer aus Stein erbauten Schmiede kein Problem damit hat ihre Produkte mit Hologramm-werbetafeln anzuzeigen,.
  • Kampfkunst oder Kunsthandwerk: Traditionelle Künste stehen im Haus hoch im Kurs. Eine Kampfkunst zu beherrschen gehört zu den Dingen, die Fremde von Mitgliedern der NeoEdo praktisch annehmen. Aber auch Kalligraphie, Malerei oder das Rezitieren traditioneller Poesie ist weit verbreitet



Letzte Änderung am 4.3.2020 um 18:34:45 Uhr von robert


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