Weltraumnomaden

Im weiteren Sinne, ist Weltraumnomaden ein Sammelbegriff für alle Individuen, die einen überwiegenden Teil ihres Lebens außerhalb der Atmosphäre einer Gaja-Welt verbringen. Schiffsbesatzungen, Bewohner von Raumstationen, Arbeiter in Bergbaukolonien auf lebensfeindlichen Welten, Terraformer und Exploratoren - kurz all jene, die nur aufbereitete Luft atmen und üblicherweise durch wenige Zentimeter Stahl vom tödlichen Vakuum des Alls getrennt sind.

Oftmals wird der Ausdruck als Beleidigung verwendet - vergleichbar mit dem Fahrenden Volk im Mittelalter. Doch viele Planetenbewohner, die den Begriff unbedacht oder als abwertende Bezeichnung verwenden haben keine Ahnung davon, was es wirklich heißt ein Nomade zu sein, oder woher das Wort stammt.

1. Ursprung

Im engeren Sinne bezeichnet Weltraumnomade den Kulturkreis jener Leute, die auf Raumschiffen geboren werden, leben und sterben. Die also keinen Bezug zu einem Heimatplaneten haben und ihr gesamtes Leben in einer von Technik und Gefahr geprägten, künstlichen Umwelt verbringen.

Einen genauen zeitlichen Ursprung für den Begriff des Weltraumnomaden kann man nicht feststellen. Schon zu Beginn der menschlichen Raumfahrt gab es Pioniere und Forscher, die so lange auf Schiffen zugebracht hatten, dass sie dieses Leben als Normalität ansahen. Insbesondere auf längeren Missionen, blieb es auch nicht aus, dass Kinder auf Raumschiffen geboren wurden und die ersten Lebensjahre im Weltraum verbrachten.
Diese Kinder hatten naturgemäße Schwierigkeiten, als die Schiffe ihre Ziele erreichten. Sie hatten keine Erinnerung an die grenzenlose Ebenen, Gebirge und Wälder. Zudem hatten sie meist schon früh mitanpacken müssen und einen natürlicheren Bezug zu Technik als zu Planeten, mit natürlich gewachsenen Umgebungen und einer wilden nicht definierten Umwelt.

Viele dieser Weltraumkinder zog es dann im Erwachsenenalter wieder in die grenzenlose Weite zwischen den Sternen und die überschaubare Enge eines Raumschiffs.

2. Viele Völker - eine Lebensweise

Diese Entwicklung vollzog sich nicht nur bei den Menschen, die hier als Beispiel herangezogen wurden, sondern ist bei allen raumfahrenden Völkern zu beobachten.

Nach dem Erstkontakt mit den Hazaru und den Antarianern kam es auch zwischen den menschlichen Nomaden und ihren Äquivalenten der anderen raumfahrenden Völker, jenseits des großen Sprungtores zu ersten Treffen.

Die Ähnlichkeiten dieser technisch geprägten Kultur, die ständige Gefahr im Weltraum, gemeinsame Gegner und Situationen, die man nur mit Hilfe anderer überleben kann, schufen eine gemeinsame Identität zwischen den einzelnen Nomadenvölkern, die sogar größer ist, als die Verbindung zu ihren jeweiligen Spezies. Ob insektoider Mongu Reva, echsenartiger Hazaru, Ko oder Mensch - der Weltraum macht keinen Unterschied.
Zwar konkurrieren die verschiedenen Gruppen untereinander um die besten Erzvorkommen, die lukrativsten Handelsrouten oder um die wertvollsten Artefakte, doch bildet gegenseitiger Respekt und Hilfsbereitschaft in Notsituationen das Fundament, welches einen echten Nomaden von einem 'Raumfahrer' unterscheidet.

3. Als Nomade leben

Ein Nomade beginnt seine Existenz in der lebensfeindlichsten Umgebung die man sich vorstellen kann. Zwischen ihm und dem kalten, luftleeren Raum befinden sich nur einige Zentimeter Isolierschicht und Panzerung.
Ein Fehler in einem wichtigen Schiffssystem bedeutet größte Gefahr, ein Druckleck mit ziemlicher Sicherheit den Tod. Diese raue Umgebung prägt die Leute auf ihre ganz eigene Weise.
Man lernt die Bewegung in der Schwerelosigkeit oft noch, bevor man laufen kann. In einem Alter, in dem Kinder auf Planeten die giftigen Pflanzen ihrer Heimatwelt kennenlernen, lernen Nomadenkinder Drucklecks zu erkennen und sich bei Strahlenstürmen richtig zu verhalten.
Essen stammt nicht von Feldern sondern aus den Rationsdepots. Luft ist keine Selbstverständlichkeit, Kohlendioxyd eine reelle Gefahr.

Dazu ist das Leben an Bord eines Raumschiffes streng geordnet. Der Tagesplan regelt, von Kindesbeinen an, das komplette Leben eines Nomaden. Für Außenstehende, die in den Fahrenden eine lebenslustige Bande ohne Benimm und Grenzen zu sehen meinen, mag das merkwürdig erscheinen.
Doch ist eben diese Ausgelassenheit eine Form, den Druck abzubauen, der während einer Schicht auf den Leuten lastet.
Wer schon einmal das Vergnügen hatte auf einem der großen Clanschiffe zu Gast zu sein, der muss annehmen, dass Nomaden den ganzen Tag nichts weiter tun als Feiern oder Sport in den schwerelosen Frachträumen zu treiben.
Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Denn zu jeder Zeit sind alle wichtigen Positionen besetzt, wird repariert, gearbeitet und geruht. Und es widerspricht der Erziehung während der Arbeit etwas anderes zu tun oder sich ablenken zu lassen. Ebenso ist es mehr als unhöflich jemanden bei der Schicht zu stören.

So besteht das Leben aus drei Schichten. Arbeit - Ruhe - Freizeit.

4. Ungeschriebene Gesetze

Richtlinien und Traditionen haben bei den Nomaden einen hohen Stellenwert. Einige sind kodifiziert und niedergeschrieben. Die Meisten jedoch werden mündlich weitergegeben und prägen das Leben eines Nomaden mindestens genauso wie die Dreiteilung des Tages.
  • Hilfeleistung: Einem Schiff in Not ist immer Hilfe zu Leisten, sofern die Möglichkeit besteht. Einem Hilferuf nicht zu folgen, oder wenigstens weiterzuleiten, ist untragbar. Umgekehrt ist es eine Freveltat einen Hilferuf als Lockmittel zu verwenden.
  • Die Loyalität eines Nomaden gilt seiner Familie, seinem Schiff und erst dann den Göttern an die er glaubt.
  • Sprengstoffe und panzerbrechende Waffen: Führe keine Waffe, die geeignet ist die Hülle zu durchschlagen. Du gefährdest dich und alle anderen an Bord.
  • Nomaden kennen keine Spezies. Es gibt nur jene, die zu den Sternen aufsehen - und uns, die wir dort leben.


Letzte Änderung am 13.4.2014 um 17:45:14 Uhr von Eric


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